"Der wohl polarisierendste Film auf dem diesjährigen
Max-Ophüls-Festival war "Picco" von Philip Koch. Die
langen Einstellungen lassen den Zuschauer jenen Druck
verspüren, dem die Figuren permanent ausgesetzt sind.
Erst draußen, beim Hofgang, gerät die Kamera plötzlich in
Bewegung, als wolle sie jeden Meter unter freiem Himmel
sorgfältigst kartografieren. Schwer zu ertragen und in
ihrer Drastik zumindest fragwürdig ist allerdings die
letzte halbe Stunde des Films, in der minutiös die
Hinrichtung eines Zellengenossen dokumentiert wird. Hier
ist alles nur noch reine Qual, wie man sie seit Hanekes
"Funny Games" selten erlebt hat. "
die tageszeitung
"Der übrige Wettbewerb war solide und ohne große Schwachpunkte, es fehlten aber die wirklich radikalen und kontroversen Stoffe, wie man sie von der Saarbrücker Mischung aus Hochschul-Nachwuchs, Debütanten und jungen Filmemachern eigentlich erwarten muss. Ein Werk allerdings kam dieser Erwartung nach: Philip Kochs Picco (Regiepreis), ein schockierendes, so knallhartes wie erschütterndes Knastdrama. Koch rekonstruierte jenen Foltermord, der sich 2006 in einer Gefängniszelle in Siegburg ereignete, in Spielfilm-Form. (...) Ein intensives, produktiv unangenehmes Kammerspiel, das einen auch nach Tagen nicht losließ – und dies nicht allein aus sozialpädagogischer Beunruhigung."
FAZ
"Es kümmert uns nicht, welche Verrohung in diesen abgeriegelten Zonen herrscht, in denen der Darwinismus tobt. Hier setzt Philip Kochs (auch aus dem Wettbewerb) herausragendes Langfilmdebüt "Picco" an, das einem diesen Weg abschneidet. Kochs Kammerspiel um vier in einer Zelle untergebrachte Jugendstraftäter ist nicht anzusehen, dass es sein Abschlussfilm an der HFF München ist. Kochs in kühles Graublau getauchter Film setzt auf lange Einstellungen, kommt auch dank blendender Darsteller (Constantin von Jascheroff, Frederick Lau, Joel Basman, Martin Kiefer) ohne Überzeichnung aus, konzentriert sich auf die Gruppendynamik innerhalb der Vierer-Konstellation. Jede Hof- und Flurszene ist wie ein kurzes Aufatmen aus diesem hermetischen Zirkel der Grausamkeit, die Perspektivlosigkeit gebiert. Wer Angriffsflächen bietet, wird fertiggemacht. "Du teilst aus oder du steckst ein", erklärt Tommy "Picco" Kevin das Grundgesetz des Knasts. Er wird es später als Alibi dafür nehmen, Tommy auf Geheiß beider Mithäftlinge umzubringen. Fast klingt es makaber: "Picco" ist großes Kino."
Saarbrücker Zeitung
"Ein hervorragender Film, schockierend und frustrierend. Enge und Hoffnungslosigkeit werden ohne künstliche Effekthascherei transportiert und gehen dem Zuschauer dennoch direkt unter die Haut. Durch das hervorragende Spiel aller Darsteller wird der zunehmende Frust und die daraus resultierende Gewaltbereitschaft nachvollziehbar, wenn auch nicht weniger schockierend. "Picco" ist ein absolut sehenswerter Film, der schockiert, wachrüttelt und jede Menge Gesprächsstoff bieten wird."
SR-Online
"Von wegen »Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause«, wie jemand an eine Wand gekritzelt hat. Das Gefängnis ist für den Halbwüchsigen zu einem Albtraum geworden. »Picco«, so lautet der Titel dieses beklemmend authentisch inszenierten Dramas, einer der herausragendsten Beiträge beim 31. Saarbrücker Max Ophüls Festival, verdientermaßen prämiert mit dem Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten. Wovor er denn Angst habe, fragt die Psychologin. Doch Kevin kann nicht reden. Nicht über das alltägliche Mobbing unter seiner Zellengenossen, nicht über die Aggressionen einiger Häftlinge, die Schwächere peinigen. Ganz ohne Musik kommt Philip Kochs auf wahren Begebenheiten beruhendes Kammerspiel aus, das so schwer auszuhalten ist, dass viele Zuschauer vorzeitig aus dem Kinosaal flüchteten. Spätestens wenn drei Insassen einen vierten zunächst misshandeln und schließlich in den Tod treiben. So sieht sie also aus, unsere vermeintliche »Besserungsanstalt«, die in Wirklichkeit eine Folterkammer ist."
Giessener Allgmeine
"Einer der kontroversesten Filme, die in Saarbrücken zu sehen waren, war "Picco" von Philip Koch, der von der strukturellen und physischen Gewalt im Jugendstrafvollzug erzählt. Basierend auf den Vorkommnissen in der JVA Siegburg, wo 2006 ein Jugendlicher von seinen Mithäftlingen in den Selbstmord getrieben wurde, entwarf der Film ein horribles Szenario: Technisch perfekt und erstklassig besetzt, zog der Film seine klaustrophische Studie in Sachen Gewalt und Homophobie so konsequent durch, dass manche Zuschauer aus dem Kinosaal flüchteten."
Stuttgarter Zeitung
Artikel über die Dreharbeiten
die tageszeitung
"Der übrige Wettbewerb war solide und ohne große Schwachpunkte, es fehlten aber die wirklich radikalen und kontroversen Stoffe, wie man sie von der Saarbrücker Mischung aus Hochschul-Nachwuchs, Debütanten und jungen Filmemachern eigentlich erwarten muss. Ein Werk allerdings kam dieser Erwartung nach: Philip Kochs Picco (Regiepreis), ein schockierendes, so knallhartes wie erschütterndes Knastdrama. Koch rekonstruierte jenen Foltermord, der sich 2006 in einer Gefängniszelle in Siegburg ereignete, in Spielfilm-Form. (...) Ein intensives, produktiv unangenehmes Kammerspiel, das einen auch nach Tagen nicht losließ – und dies nicht allein aus sozialpädagogischer Beunruhigung."
FAZ
"Es kümmert uns nicht, welche Verrohung in diesen abgeriegelten Zonen herrscht, in denen der Darwinismus tobt. Hier setzt Philip Kochs (auch aus dem Wettbewerb) herausragendes Langfilmdebüt "Picco" an, das einem diesen Weg abschneidet. Kochs Kammerspiel um vier in einer Zelle untergebrachte Jugendstraftäter ist nicht anzusehen, dass es sein Abschlussfilm an der HFF München ist. Kochs in kühles Graublau getauchter Film setzt auf lange Einstellungen, kommt auch dank blendender Darsteller (Constantin von Jascheroff, Frederick Lau, Joel Basman, Martin Kiefer) ohne Überzeichnung aus, konzentriert sich auf die Gruppendynamik innerhalb der Vierer-Konstellation. Jede Hof- und Flurszene ist wie ein kurzes Aufatmen aus diesem hermetischen Zirkel der Grausamkeit, die Perspektivlosigkeit gebiert. Wer Angriffsflächen bietet, wird fertiggemacht. "Du teilst aus oder du steckst ein", erklärt Tommy "Picco" Kevin das Grundgesetz des Knasts. Er wird es später als Alibi dafür nehmen, Tommy auf Geheiß beider Mithäftlinge umzubringen. Fast klingt es makaber: "Picco" ist großes Kino."
Saarbrücker Zeitung
"Ein hervorragender Film, schockierend und frustrierend. Enge und Hoffnungslosigkeit werden ohne künstliche Effekthascherei transportiert und gehen dem Zuschauer dennoch direkt unter die Haut. Durch das hervorragende Spiel aller Darsteller wird der zunehmende Frust und die daraus resultierende Gewaltbereitschaft nachvollziehbar, wenn auch nicht weniger schockierend. "Picco" ist ein absolut sehenswerter Film, der schockiert, wachrüttelt und jede Menge Gesprächsstoff bieten wird."
SR-Online
"Von wegen »Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause«, wie jemand an eine Wand gekritzelt hat. Das Gefängnis ist für den Halbwüchsigen zu einem Albtraum geworden. »Picco«, so lautet der Titel dieses beklemmend authentisch inszenierten Dramas, einer der herausragendsten Beiträge beim 31. Saarbrücker Max Ophüls Festival, verdientermaßen prämiert mit dem Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten. Wovor er denn Angst habe, fragt die Psychologin. Doch Kevin kann nicht reden. Nicht über das alltägliche Mobbing unter seiner Zellengenossen, nicht über die Aggressionen einiger Häftlinge, die Schwächere peinigen. Ganz ohne Musik kommt Philip Kochs auf wahren Begebenheiten beruhendes Kammerspiel aus, das so schwer auszuhalten ist, dass viele Zuschauer vorzeitig aus dem Kinosaal flüchteten. Spätestens wenn drei Insassen einen vierten zunächst misshandeln und schließlich in den Tod treiben. So sieht sie also aus, unsere vermeintliche »Besserungsanstalt«, die in Wirklichkeit eine Folterkammer ist."
Giessener Allgmeine
"Einer der kontroversesten Filme, die in Saarbrücken zu sehen waren, war "Picco" von Philip Koch, der von der strukturellen und physischen Gewalt im Jugendstrafvollzug erzählt. Basierend auf den Vorkommnissen in der JVA Siegburg, wo 2006 ein Jugendlicher von seinen Mithäftlingen in den Selbstmord getrieben wurde, entwarf der Film ein horribles Szenario: Technisch perfekt und erstklassig besetzt, zog der Film seine klaustrophische Studie in Sachen Gewalt und Homophobie so konsequent durch, dass manche Zuschauer aus dem Kinosaal flüchteten."
Stuttgarter Zeitung
Artikel über die Dreharbeiten